Besuch in unserer Partnergemeinde St. Marien Kelme / Litauen

Seit fast 25 Jahren besteht nun eine enge Freundschaft unter den Pfarrgemeinden St. Peter Hinsbeck und St. Marien Kelme. Erich von Rauchhaupt und Ralf Schröder waren nun zu einem Kurzbesuch in der litauischen Gemeinde

Im Gespräch mit der Jugend (c) St. Peter Hinsbeck
Im Gespräch mit der Jugend
Datum:
So. 30. Okt. 2022

Im Rahmen der Öffnung der Ostgrenzen waren Mitte der 1990er Jahre die Gemeinden eingeladen, Partnerschaften in den baltischen Ländern aufzubauen und so den Menschen nach Jahrzenten der Unterdrückung zu helfen. Schnell fand damals unsere Gemeinde einen Kontakt in die litauische Kleinstadt in der Nähe des weit über Litauen hinaus bekannten „Berg der Kreuze“. Zu Beginn war das Zusammenwachsen geprägt durch große Hilfstransporte mit Kleider- und Sachspenden. Schnell entwickelte sich daraus Freundschaften und auch Ideen, wie beispielsweise die Jugendarbeit, ähnlich wie in Hinsbeck, aufgebaut werden kann. So half man bei der Finanzierung eines geeigneten Gebäudes sowie im Aufbau der Strukturen. Das Wichtigste war den Verantwortlichen aber das gegenseitige Kennenlernen. Mehrere Besuche der Litauer in Hinsbeck und, erstmalig in 2011, auch die Gegenbesuche von Jugendlichen aus St. Peter vertieften das Miteinander. So war für 2021, nachdem 15 Jugendliche in 2019 noch in Nettetal waren, wieder ein Treffen in Kelme geplant. Aufgrund der Coronasituation war dies nicht möglich, und auch in 2022, nun aufgrund des Kriegsausbruchs in der Ukraine, musste der für das Frühjahr geplante Besuch abgesagt werden. Nun hatten sich die beiden „Motoren der Partnerschaft“, Erich von Rauchhaupt und Ralf Schröder aber kurzfristig entschlossen, kurzfristig nach Kelme zu reisen. So freuten sie sich Mitte September endlich wieder viele Freund:innen wiederzusehen. Aber sie konnten sich über einige Änderungen in der dortigen Arbeit informieren. Die offene Jugendarbeit wurde, gemeinsam mit der Stadtverwaltung, auf neue, breitere Füße gestellt und auch das beim letzten Besuch in 2017 avisierte Bauvorhaben eines neuen Gemeindezentrums, hatte schon Fahrt aufgenommen. Vor allem war aber auch die Sorge um die Ukraine-Situation und den sich daraus ergebenden wirtschaftlichen Folgen den Menschen anzumerken. Besonders die Mitarbeiterinnen der Pfarrcaritas berichteten, wie viele Menschen regelmäßig zu ihnen kommen. Bei einem Mindestlohn von rund 450 Euro, Preisen wie in Deutschland und einer Inflation von mehr als 20 % mehr als nachvollziehbar. Trotz aller Sorgen wurden wir wieder einmal herzlichst aufgenommen und das schönste war, dass wir, sofern sich die äußeren Rahmenbedingungen es zu lassen, wir nun endlich im nächsten Jahr mit einer Gruppe Jugendlicher wieder zu unseren Freundinnen und Freunden fahren werden,“ freuten sich von Rauchhaupt und Schröder.