Impulse und Gottesdienste

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Sa 28. Mär 2020

Lesen Sie nun den 2. Impuls, ebenfalls verfasst von Bernhard Müller, Gemeinderefernt

Liebe Freundinnen und Freunde!

Der kommende Sonntag, Sonntag, der 29. März, der 5. Fastensonntag, hat bei uns seit vielen, vielen Jahren auch den Namen „Misereor-Sonntag“!  An diesem Sonntag bittet das kath. Hilfswerk Misereor uns um eine großzügige Spende. Diese Spendengelder werden seit über 50 Jahren überall dort in der Welt eingesetzt, wo Menschen in katastrophalen Lebensumständen ihr Leben fristen. 

In diesem Jahr kann sicherlich jeder von uns sagen:  „Ich hab‘ zur Zeit andere Sorgen!“ „ Da hab‘ ich keinen Kopf für!“  „Da kann ich mich im Moment nicht auch noch drum kümmern!“

Mit einem Lied, das auch im Gotteslob unter der Nr. 825 zu finden ist – auf You Tube kann man sicher auch eine entsprechende, schöne,  gesungene Version finden -  möchte ich dazu ein paar Gedanken an euch alle richten.

  1. Str.: Wo Menschen sich vergessen, die Wege verlassen und neu beginnen, ganz neu, da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns, da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns!

In diesen Tagen und Wochen der „Covid 19 – Krise“ können wir, jeder einzelne von uns alles Mögliche vergessen, das bis vor einer Woche noch normal, Alltag war. Jeder muss die alten Wege verlassen,  andere, neue Wege gehen. Und wenn das dann mal alles überstanden ist, dann müssen wir alle miteinander neu beginnen.  Oder: sollte da nicht besser jetzt schon passieren? Das mit den „NEU-beginnen“, damit wir, wenn der Neubeginn dann starten kann, wissen, wohin der Weg uns führt. Eigentlich sagen uns ja alle „Experten“:  So wie früher wird es nicht mehr sein, nicht mehr werden. Aber keiner kann sagen wie es werden wird. Ob wir wollen oder nicht, wir sind gezwungen, neu anzufangen. Das Ganze anders anzugehen.  Wie wäre es dann mit der ersten Zeile von diesem schönen Lied:

Wo Menschen sich vergessen ……   !                                                                                       

Es hat doch den Anschein, dass das schon gut angefangen hat. Auch wenn es immer noch „welche“ gibt, die auch in dieser Krisensituation nur an sich denken, hören und sehen wir doch immer mehr Mitbürger, die das genaue Gegenteil beweisen. Sie halten sich nicht nur an die „Vorschriften“, sie packen mit an und setzen sich für die anderen, die Schwächeren ein, für die, die besonders betroffen sind. Sie stellen sich selbst zurück, vergessen ihre eigene Angst und helfen, wo es nötig ist. Überall gibt es kleine und große Zeichen der Solidarität. Und alle spüren sofort: Da berühren sich Himmel und Erde, da berühren sich die Menschen, auch ganz ohne körperlichen Kontakt, kommen sich näher, denken und handeln füreinander. Ein friedliches Miteinander entsteht, der Friede unter uns, der Friede, der die Grundlage dafür ist, dass wir die Krise bewältigen, die Grundlage, dafür, dass wir, wenn es dann mal geschafft ist, mit und in diesem Frieden unsere Gesellschaft wieder aufbauen können.

  1. Str.: Wo Menschen sich verschenken, die Liebe bedenken, und neu beginnen, ganz neu, da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns,      da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns!

Jeder spürt, jeder merkt auch, dass er in diese Gemeinschaft, in unserer Gesellschaft so  viel zu verschenken hat, schließlich, bei allem Unglück, bei dem großen Ausmaß der Katastrophe, sind wir hier bei uns, in unserem Wohlstand immer noch sehr gut aufgehoben, eigentlich rundum versorgt.                                                                                                                      Aber, was ist mit denen, für die das nicht zutrifft. Schließlich handelt es sich um eine Pandemie, eine Katastrophe für die ganze Welt.  Und die trifft besonders diejenigen, die sowieso schon ein Leben in katastrophalen Umständen leben müssen, seit Jahren, oft Jahrzehnten, ohne ein Haus, eine Heimat, ohne das wirklich Notwendigste, das jedem Menschen zusteht. Können wir auch diesen Aber-Millionen von Menschen, die tagtäglich in einer Welt von Krieg, Hunger, Armut, von Krankheit und vieler Arten von Seuchen leben,  einen „Neuanfang“ ermöglichen?

Wir können, ja wir dürfen diese Mitmenschen nicht vergessen! Wir haben bei all dem Überfluss, der trotz Krise bei uns herrscht, die Möglichkeit, einiges, vieles an sie zu verschenken. So können wir uns auch mit ihnen in Liebe verbinden.  Ich glaube, jeder von uns hat die Möglichkeit, die Chance, das eine zu tun,   - hier bei uns miteinander zu teilen, was in der Krise erforderlich ist, -  und auch das andere nicht zu vergessen, besser: die anderen nicht zu vergessen –  damit auch dort sich Himmel und Erde berühren, und die Hoffnung auf Frieden, dieses kleine Licht  der Hoffnung  nicht ausgeht.

 

  1. Str.: Wo Menschen sich verbünden, den Hass überwinden, und neu beginnen, ganz neu, da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns, da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns.

Es ist NOT –WENDIG, zur Rettung aller Menschen in Not und ganz bestimmt auch  für unseren Neuanfang, dass wir uns mit allen Menschen auf der Welt verbünden, verbinden, ihnen heute und immer nahe sind, denn das überwindet den Hass, den Neid und so viele Ängste, die uns in aller Welt beherrschen. Diese Ängste besetzen sowohl die eine wie die andere Seite, sie wüten in unseren Häusern und in unseren Herzen. Die Verbindung unter uns Menschen aber sorgt dafür, dass es die eine und die andere Seite gar nicht mehr gibt. Wenn wir füreinander einstehen, dann kann etwas entstehen, sich von Neu an entwickeln, wovon alle bisher nur träumen:  Es kann Frieden werden! Überall und mit allen auf der Erde!

Das ist doch ein Traum, für den sich ein hoher Einsatz lohnt. In diesem Frieden kommen sich nicht nur die Menschen näher, sogar Himmel und Erde kommen miteinander in Berührung. „GIB FRIEDEN!“ -  heißt so auch die Überschrift der diesjährigen Misereor Aktion.                „GIB FRIEDEN!“ – in diesen Tagen, so viel, wie es dir möglich ist, damit wir alle dem Traum vom Frieden näher kommen, dem Frieden in uns und in der ganzen Welt. Das wäre für uns alle ein hoffnungsvoller Neuanfang. Herzlichen Dank, denn so berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns!!!

📌 An dieser Stelle noch einmal der Hinweis auf die Vielzahl von Möglichkeiten einen Gottesdienst mitzufeiern

Gottesdienste & Kirche im Internet, im Fernsehen und im Radio

Die für die Seelsorge in unserer GdG Nettetal werden  mit Impulsen  jeweils zum Sonntag ihre Gedanken an Sie weiter geben. Solange keine öffentlichen Gottesdienste in unseren Gotteshäusern möglich sind, möchten sie Ihnen in dieser Form begegnen, und Ihnen das Wort Gottes mit auf den Weg geben.


Lesen Sie hier den 1. Impuls von Bernhard Müller, Gemeinderefernt

Wasser des Lebens!!??     Oder: 

Liebe Freunde und Freundinnen!

Jetzt hat es uns auch erwischt: CORONA-KRISE!   Unverhofft ist sie entstanden in irgendeinem Winkel der Welt und hat die Globalisierung genutzt, um sich bis zu uns vorzuarbeiten und auszubreiten.

Und so werden wir zum Stillstand verurteilt. Alle Aktivitäten, gesellschaftlich und wirtschaftlich, nützlich und unnützlich, sinnvoll und unsinnig müssen eingestellt werden. Das Leben geht auf Stillstand. Fragen über Fragen bis hin zu  Angst und Schrecken.

Und jeder meint etwas sagen zu müssen. Deshalb möchte ich auch etwas dazu sagen, denn ich bin ein Vertreter der Kirche, nicht besonders hoch in der Hierarchie aber immerhin seit weit über 50 Jahren in vielen Bereichen ehrenamtlich und hauptamtlich aktiv, zur Zeit seit über 25 Jahren als Gemeindereferent in St. Clemens, Nettetal Kaldenkirchen.

Meine Glaube sagt mir klar und eindeutig, dass wir als Christen, als Gemeinden, als Seelsorger in der heutigen Situation das Sagen und Verordnen und Anweisen und Bedenken und Ratschlagen und …… nicht nur den Politikern, Mikrobiologen, Medizinern, Psychologen, Börsianern, Wirtschafts-wissenschaftlern  und allen sonstigen qualifizierten und auch selbsternannten  Experten überlassen dürfen. Denn, wie wir am Beginn der Fastenzeit gehört haben, und was eigentlich jeder Mensch aus eigener Erfahrung weiß: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. (- Auch wenn Berthold Brecht das Fressen vor der Moral einordnet.-)  Das ist mir ganz besonders am Sonntag, dem 15.03.2020 sehr bewusst geworden genau an dem Wochenende, das uns all die Konsequenzen und Unannehmlichkeiten der Corona-Krise beschert hat.

Wie die Faust auf’s Auge habe ich an diesem Sonntag das Wort aus der Bibel erlebt, das in unseren katholischen Kirchen als Evangelium vorgelesen wurde.  Jesus kommt auf dem Weg durch das ausgetrocknete Bergland zum Jakobsbrunnen, einem bis heute von Juden, Muslimen und Christen in Israel verehrten Ort. Aus diesem Brunnen erhält er von einer unbekannten Frau Wasser, um seinen Durst zu löschen. Daraus entwickelt sich ein Gespräch mit der Aussage, dem Versprechen Jesu: Ich gebe Dir das Wasser des Lebens. Und: dann wirst Du niemals mehr Durst haben. Klar, dass die Frau antwortet: Herr, gib‘ mir dieses Wasser!

Und genau dieses Wasser des Lebens ist es, das uns jetzt so abhandenkommt.  Lebensmittel, alle materiellen Dinge, die wir zum Leben brauchen, haben wir in der jetzt erst beginnenden Krise in Mengen, ja noch so viele, dass wir immer noch und weiterhin dabei sind, sie anderen weg zu nehmen, die diese zur Zeit viel, viel dringender bräuchten.  Aber was geht mit einem Mal verloren? Die Basis unserer Gesellschaft, unseres Wohlstand gerät ins Wanken. Viele Pfeiler, auf denen der Einzelne, die Familien, die Gemeinden, der Staat seine Existenz aufgebaut haben, scheinen nicht mehr zu halten. Appelle zur Solidarität sind sehr wichtig, werden aber auf Dauer ihre Wirkung verlieren.

Herr, gib‘ mir dieses Wasser!  Ich kann es mir nicht anders vorstellen, aber es ist gerade jetzt unsere Aufgabe, dieses lebensspendende und lebenserhaltende Wasser zu reichen, zu schenken, zu verschenken, das Wasser der Freundschaft und der Solidarität, das Wasser des Friedens und der Freiheit, das Wasser der Geschwisterlichkeit und  der Nächstenliebe zu teilen.

Als Christen haben wir es in der Taufe erhalten.  Und egal was ist: Gott ist uns nah, denn er hat den Namen: „Ich bin da“, immer und ewig. Ich lasse euch nicht allein. Und durch Jesus, der in allem gesagt und gezeigt hat, wie heilsam und gut sein Wasser des Lebens ist, soll es in uns auch heute lebenserhaltend fließen. Er beauftragt uns alle dieses in seinem Namen weiter zu geben.

Deshalb bitte ich Sie alle, bleiben sie nicht allein, verschenken Sie ihre Ideen, Gedanken, ihre Freundschaft. Teilen Sie, was in Ihnen steckt an Gedanken, Ideen, Gebeten und allen möglichen Dingen des Lebens. Halten Sie Kontakt zu den Mitmenschen, besonders zu denen, die unter den gegebenen Umständen sehr einsam sein werden. Seien Sie kreativ, denn auch die zurZeit notwendigen Beschränkungen lassen uns viel Raum miteinander menschlich und freundschaftlich umzugehen.

Für alle Ideen, Angebote, Gedanken, Bitten, Gebete, gute Worte sind wir dankbar. Wir werden Ihre Rückmeldungen, wenn Sie das wünschen an andere weiter reichen, sie mitteilen, mit anderen teilen, an alle verschenken, damit keiner allein bleiben muss, und jeder aus dieser Quelle trinken kann. Wir alle werden das brauchen, denn das, was noch auf uns zukommt, wird uns auf vielfältige Weise herausfordern.

An dieser Stelle werden wir, die Seelsorger unserer GdG Nettetal jeweils zum Sonntag unsere Gedanken an Sie weiter geben. Solange keine öffentlichen Gottesdienste in unseren Gotteshäusern möglich sind, möchten wir Ihnen in dieser Form begegnen, und Ihnen das Wort Gottes mit auf den Weg geben, verbunden mit der Bitte, es auch an die Menschen weiter zu geben, die auch das Wasser des Lebens brauchen. Das sind sicherlich mehr, als wir uns in normalen Zeiten vorstellen.

Mittwoch 18.03.2020

Bernhard Müller, Gemeindereferent