Infoveranstaltung zum Reformprozess im Bistum Aachen

Pfarrgemeinde St. Clemens / Kaldenkirchen informierte die Gemeindemitglieder in der GdG Nettetal

20240114 Info pastorale Räume (c) St. Peter Hinsbeck
20240114 Info pastorale Räume
Datum:
Mo. 15. Jan. 2024

Die Pfarrgemeinde St. Clemens Kaldenkirchen hatte interessierte Gläubige aus der GdG Nettetal, zu einer Informationsveranstaltung über die Umstrukturierungen im Bistum Aachen eingeladen.
Pfarrer Benedikt Schnitzler (Leiter des Kirchengemeindeverbandes Nettetal) begrüßte die knapp 100 Besucher im Kaldenkirchener Convent. Er betonte, dass wir stetig weniger Kirchenbesucher, Seelsorger und Ehrenamtliche in den Gemeinden haben werden und eine Veränderung in der gegebenen Struktur unerlässlich ist. Für die GdG Nettetal wünschte sich Pfarrer Schnitzler ein konstruktives Miteinander und gute Gespräche mit der GdG Grefrath.
Hans Buschmann (Kirchenvorstand und Mitglied im Diözesankirchenrat und der Synodalversammlung) erläuterte nachfolgend die einzelnen Schritte der Umsetzung zum „pastoralen Raum“.
Das heißt für die Region Kempen-Viersen, es entstehen fünf pastorale Räume, das sind Viersen, Süchteln und Dülken (mit 36.980 Gläubigen), Nettetal und Grefrath (30.361), Willich (20.715), Schwalmtal, Brüggen und Niederkrüchten (26.459) sowie Kempen und Tönisvorst (26.053). Dabei soll die neue Struktur keine reine Gebietsreform sein. Die katholische Kirche verliert Mitglieder und somit steht uns zukünftig auch weniger Geld für Seelsorge, Personal und Gebäude zur Verfügung.
Was sich konkret in den kommenden Wochen und Monaten in der GdG ändern wird, muss noch gemeinsam erarbeitet werden müssen. Für die Koordination und Moderation im zukünftigen pastoralen Raum soll ein Promotor bzw. eine Promotorin mit der Aufgabe betraut werden. Hierzu konnte auf Nachfrage aus dem Saal, allerdings noch kein Name genannt werden.
Die Sorge bei den Anwesenden war sehr groß, dass in den einzelnen Gemeinden die Angebote im Gemeindeleben vor Ort, die Jugendarbeit und die Vielfalt von Gruppierungen und Vereinsarbeit unter der neuen Struktur leiden oder gänzlich einschlafen wird.
Frau Gabi Terhaus (Regionalteam der Region Kempen-Viersen) merkte dazu noch an, dass es keine Zustimmung des Regionalteams für den vorliegenden Vorschlag gab. Die Kirchenvorstände und GdG-Räte (Gemeinschaft der Gemeinden) Nettetals haben einstimmig für einen pastoralen Raum Nettetal votiert. Dazu herrschte allgemein das Meinungsbild vor, das die Bistumsleitung zwar immer von intensiven Beratungen und absoluten Mehrheiten spricht, es sie an dieser Stelle aber nicht zu interessieren scheint, was andere (untere Ebenen) für richtig halten.
Im Hinblick auf die Planung des Bistums Aachen, in einem weiteren Schritt dann bis 2028 auf 8 XXL-Pfarren zu fusionieren, war die Verunsicherung im Saal groß, wie man dann noch Gehör bei den verantwortlichen Spitzen auf regionaler Ebene und im Bistum Aachen finden soll.
Am Ende der Veranstaltung blieben viele Fragen offen und unbeantwortet. So wird es Zeit und Arbeit kosten, wie eine künftige Gestaltung des pastoralen Raumes aussieht, wer hier welche Entscheidungen treffen darf, wer sich vor Ort um die Belange der Gläubigen und Gruppierungen kümmert, bzw. welche haupt- oder ehrenamtlichen Ansprechpartner zukünftig noch zur Verfügung stehen.
Hans Buschmann hatte sich abschließend mit den Worten verabschiedet: „Lassen sie uns gemeinsam positiv nach vorne gucken und die vor uns liegende Umstrukturierung als Chance wahrnehmen.“